| Wenn ein freiwilliger Helfer zu Schaden kommt... |
| a)
Den Reiseveranstalter, der sich hinsichtlich eines Reisemangels auf die
Entlastungsmöglichkeit des § 651 f Abs.1 zweiter Halbsatz BGB
beruft, trifft die Darlegungs- und Beweislast dafür, daß sämtliche
ernstlich in Betracht kommenden Verschuldenstatbestände auf seiner
Seite, insbesondere die vom Reisenden aufgezeigten, nicht vorlagen.
b) Die richtlinienkonforme Auslegung des § 651 f Abs. 1 BGB ergibt, daß für den Entlastungsbeweis des Reiseveranstalters keine strengeren Voraussetzungen gelten als für den Nachweis fehlenden Verschuldens nach § 276 BGB. Wer eine freiwillige Hilfeleistung erbittet, bei der der Helfer dann zu Schaden kommt, handelt widersprüchlich und damit gegen Treu und Glauben, wenn er allein aus dem Umstand, daß der Helfer seiner Bitte nachgekommen ist und sich dadurch in Gefahr begeben hat, den Vorwurf des Mitverschuldens herleitet. BGH, 9.11.2004 - Az: X ZR 119/01 |