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Reisen ins Hochwassergebiet - kann gekündigt werden?Größere Teile
Mittel - und Südeuropas sind im August 2002 von einer Hochwasserkatastrophe
heimgesucht worden. Darunter befinden sich auch klassische Urlaubsgebiete
oder häufig besuchte Ziele von Städtereisen wie etwa Prag oder
Dresden. Geplante Reisen sind deshalb häufig nicht durchführbar,
weil Verkehrsverbindungen unterbrochen worden sind oder gar Hotels unter
Wasser stehen. Selbst dann, wenn das Reiseziel tatsächlich erreichbar
ist, wäre die Durchführung des vorgesehenen Urlaubsaufenthalts
oder Besichtigungsprogramms erheblich erschwert.
Welche Rechte ein Reisender in diesen Fällen hat, hängt zunächst davon ab, ob es sich bei der geplanten Veranstaltung um eine Reise i. S. des Reiserechts handelt oder ob dies nicht der Fall ist. Eine Reise, auf die das Reiserechts des BGB anwendbar ist, liegt dann vor, wenn mehrere Reiseleistungen, mindestens zwei, gemeinsam vom Reiseveranstalter angeboten werden, also etwa Fahrt zum Aufenthaltsort und die Unterkunft mit oder ohne Verpflegung zu einem einheitlichen Preis. Auch das Mieten eines Ferienhauses oder einer Ferienwohnung durch einen gewerblichen Vermieter rechnet die Rechtsprechung dazu. Hier bestimmt nun § 651j BGB, dass dann, wenn eine Reise infolge bei Vertragsschluss nicht voraussehbarer höherer Gewalt erheblich erschwert, gefährdet oder beeinträchtigt wird, sowohl der Reiseveranstalter als auch der Reisende den Vertrag kündigen können. Unter höherer Gewalt versteht man ein von außen kommendes, nicht voraussehbares und auch durch äußerste Sorgfalt nicht abwendbares Ereignis. Bloße Witterungseinflüsse fallen nicht darunter. Grundsätzlich trägt der Reisende das Risiko schlechten Wetters, auch wenn dadurch geplante Urlaubsaktivitäten, wie etwa Wanderungen oder Radfahrten erschwert oder ausgeschlossen werden. Sie benötigen einen AnwaltOnline Direkt Zugang im Bereich Reiserecht. Sie haben noch keinen Zugang? Jetzt kostenlos anmelden und sofort weiterlesen! |