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[AnwaltOnline - Reiserecht April 2004]

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* AnwaltOnline - Reiserecht                     April 2004 *
* von http://www.AnwaltOnline.org                          *
* ISSN: 1511-8975                                          *
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In dieser Ausgabe:

*1* Interessante Urteile & Neues

*2* Das Thema des Monats

*3* Mehr von AnwaltOnline

*4* Kontakt / Abonnieren / Kündigen / Adressänderung

*5* Impressum und Haftungsausschluss

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*1* Interessante Urteile & Neues

 >> Bei Last-Minute Ersatzreisende stellen?

Kann ein Reisender eine gebuchte Last-Minute-Reise nicht
wahrnehmen, so kann er bis zum Abflug einen Ersatzreisenden
stellen, der die Vertragsbedingungen erfüllt. Entstehen
durch den Tausch Kosten, können diese in Rechnung gestellt
werden.

AG Baden-Baden - Az: 6 C 53/94

 >> Auch im Urlaub im Stehen pinkeln?

Im vorliegenden Fall versuchte ein Reisender eine Minderung
des Urlaubspreises zu erhalten. Er gab ab, dass seine
Urlaubsfreude erheblich geschmälert wurde, weil die Klo-
brille immer wieder herunterfiel. Dies habe ihn in der Folge
gezwungen, im Sitzen zu urinieren.
Da das Gericht der Argumentation nicht folgen konnte, wurde
die Klage abgewiesen.

AG Hannover – Az: 509 C 1603/98

 >> Auch bei Sprachproblemen ist Gepäckdiebstahl vor Ort
zu melden!

Wollen Reisende bei einem Gepäckdiebstahl ihre Reisegepäck-
versicherung in Anspruch nehmen, so ist der Diebstahl vor
Ort bei der zuständigen Polizei zu melden – auch dann, wenn
Sprachprobleme des Opfers vor Ort bestehen. Unterläßt es der
Bestohlene aufgrund (angeblicher) Sprachprobleme, die
Polizei vor Ort zu informieren und eine Stehlgutliste
einzureichen, so kann die Reisegepäckversicherung nicht in
Anspruch genommen werden. Es ist dem Betroffenem zumutbar,
ggf. einen Dolmetscher zur Hilfe bei der Anzeige hinzu-
zuziehen.

AG München - Az: 191 C 7216/03

 >> Stornokosten – haftet der Ehegatte?

Bucht ein Ehegatte eine teure Fernreise, so ist der andere
Ehegatte nicht automatisch verpflichtet, die Kosten für den
Fall zu übernehmen, daß der Buchende die Kosten nicht
bezahlen kann. Im vorliegenden Fall hatte ein Ehepartner
eine teure Fernreise gebuchte, diese dann jedoch storniert
und die in Rechnung gestellten Stornokosten nicht beglichen.
Nach Ansicht des Gerichts kann sich das Reisebüro nicht an
den anderen Ehegatten wenden.

OLG Köln, 2 U 86/90

In der Ausgabe für AnwaltOnline Direkt Abonnenten finden Sie
diesen Monat zusätzlich:
 >> Medizinische Hilfe – Was ist im Urlaub zu erwarten
 >> Risiko bei Beherbergungsvertrag
 >> Zu wenig Teilnehmer – Wann wird die Reise abgesagt?
 >> Wegen vorgezogenem Flug um den Schlaf gebracht

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Weitere Urteile

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*2* Das Thema des Monats

 >> Reiseabsage

Die Möglichkeit, die Reise abzusagen muss - abgesehen von
der Möglichkeit einer Absage wegen höherer Gewalt - im
Reisevertrag ausdrücklich und eindeutig vorgesehen sein
(§ 651a BGB). Dafür gelten aber folgende Voraussetzungen.

Eine Absage der Reise durch den Veranstalter ist nur dann
zulässig, wenn die Reise nicht durchgeführt werden kann,
weil eine im Reisevertrag vorausgesetzte Mindestteilnehmer-
zahl nicht erreicht wird.

Hat der Veranstalter einen Reiseprospekt herausgegeben, muss
darin auf mögliche Absagen hingewiesen werden. Ansonsten
muss die Reisebestätigung den Hinweis enthalten. Dazu
gehören auch Angaben über eine etwaige Mindestteilnehmerzahl
und den Zeitpunkt, bis zu dem eine Absage möglich ist.

Die Absageerklärung des Veranstalters muss dem Reisenden
unverzüglich zugehen, nachdem der Veranstalter von dem Grund
dafür Kenntnis erlangt hat. Eine Absageerklärung muss der
Reisende in jedem Fall innerhalb der im Reisevertrag ver-
einbarten Frist vor Antritt der Reise erhalten.

Bei einer Absage der Reise kann der Reisende vom Reisever-
anstalter verlangen, dass dieser ihm die Teilnahme an einer
anderen mindestens gleichwertigen Reise ermöglicht. Voraus-
setzung dafür ist allerdings, dass der Veranstalter in
seinem Angebot eine entsprechende Reise ohne Aufpreis führt.
Seinen Wunsch nach einer Ersatzreise muss der Reisende dem
Veranstalter gegenüber unverzüglich erklären, nachdem ihm
die Absage bekannt gegeben worden ist.

Bei einer unberechtigten Absage macht sich der Veranstalter
dem Reisenden gegenüber schadensersatzpflichtig (§ 651f
BGB). Bei einer berechtigten Absage erlöschen die gegen-
seitigen Rechte und Pflichten aus dem Reisevertrag; der
Reisende erhält eine etwaige Anzahlung zurück.

 >> Rückerstattung von Gebühren bei Stornierung eines
    Fluges

Kunden von Ryanair werden künftig bei einer Flug-
Stornierung Anrecht auf die Rückerstattung gezahlter
Steuern und Gebühren haben. Dies ist das Ergebnis einer
gerichtlichen Auseinandersetzung der Fluglinie mit der
Wettbewerbszentrale, mit dem sich Ryanair im Rahmen eines
vor dem Landgericht Köln geführten Rechtsstreits im Ver-
gleichswege letztlich einverstanden erklärt hatte.

Ryanair sagte zu, künftig in seinen Allgemeinen Geschäfts-
bedingungen für Beförderungsverträge mit Verbrauchern die
Klausel "Sämtliche bezahlten Beträge (einschließlich
Steuern und Gebühren) sind nicht erstattbar" nicht mehr zu
verwenden. Zudem darf sich Ryanair künftig auch bei der
Abwicklung bestehender Verträge nicht auf diese Klausel
berufen.

Die Wettbewerbszentrale hatte die Klausel als "unzulässige
Verbraucher-Benachteiligung" beanstandet. Denn Steuern und
Gebühren seien Fluggast-bezogene Kosten, die nur anfielen,
wenn der Passagier den Flug tatsächlich antrete. Sei dies
dahingegen nicht der Fall, müssten die Steuern und Gebühren
von der Fluggesellschaft nicht an den Abgaben-Gläubiger
entrichtet werden. Die Fluggesellschaft sei in diesem Fall
um die Steuern und Gebühren bereichert.

Der Fall dürfte auch Auswirkungen auf vergleichbare
Klauseln anderer Fluggesellschaften haben.

 >> Aktuelle Reisewarnungen

Zur Zeit warnt das Auswärtige Amt vor Reisen in die
folgenden Länder:

Kongo (Demokratische Republik Kongo)    vom 29.03.2004
Somalia                                 vom 29.03.2004
Côte d'Ivoire                           vom 26.03.2004
Irak                                    vom 11.03.2004
Zentralafrikanische Republik            vom 11.03.2004
Afghanistan                             vom 03.03.2004
Haiti                                   vom 01.03.2004
Liberia                                 vom 23.01.2004

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