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* AnwaltOnline - Reiserecht
Januar 2003 *
* von http://www.AnwaltOnline.org
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* ISSN: 1511-8975
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In dieser Ausgabe:
*1* Interessante
Urteile & Neues
*2* Das
Thema des Monats
*3* Mehr
von AnwaltOnline
*4* Kontakt
/ Abonnieren / Kündigen / Adressänderung
*5* Disclaimer
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*1* Interessante Urteile
& Neues
>> Psychische Erschöpfung im Sinne der Reiserücktritts-
kostenversicherung
Stellt der Arzt ein Attest aus, mit dem ein akuter psycho-
physischer Erschöpfungszustand mit Dekompensation befunden
wird, und sucht der Versicherungsnehmer entgegen der An-
ordnung des Arztes zu einer psychotherapeutischen Inter-
vention keinen Facharzt für Psychiatrie auf um klären
zu
lassen, ob eine schwere Erkrankung oder eine sonstige
Konfliktsituation für die Beschwerden ursächlich ist,
so
ist eine schwere Erkrankung im Sinne der Reiserücktritts-
kostenversicherung nicht nachgewiesen. Der Versicherungsfall
kann dann nicht als eingetreten gelten.
AG Tirschenreuth, Urt. v. 7.6.2002, Az.: C 028/02
>> Warnung vor dem Hunde!
Stellt sich heraus, dass bei einer Ferienhausmiete, für
die
das Anwesen als "ein 4000 qm umfassender Landsitz für bis
zu
sechs Personen" beschrieben ist, auf dem Grundstück zwei
weitere Häuser stehen, für das gemietete Haus 300 qm
Fläche
eingezäunt sind und dieser Grundstücksteil samt Swimmingpool
wegen frei herumlaufender großer Wachhunde nicht genutzt
werden kann, dann ist der Reisepreis um mindestens 50%
gemindert und es besteht ein Anspruch auf Entschädigung
wegen nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit.
AG Köln, Urt. V. 06.04.2001 - 131 C 6/01
Quelle: NJW RR 2002, 1484
>> Rücktritt von Hotelreservierung
Ein nicht gewerblicher Reiseveranstalter kann von einer
Hotelreservierung zurücktreten, wenn er andernfalls einem
so
hohen Haftungsrisiko ausgesetzt wäre, dass ein billig und
gerecht denkender Hotelier mit einer entsprechenden
Haftungsbereitschaft seines Vertragspartners nicht rechnen
durfte.
Für die Rücktrittsfrist gilt in diesem fall nicht die
30 -
Tage - Regelung gewerblicher Reiseunternehmen; die Frist ist
vielmehr unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzel-
falls und der beiderseitigen Interessen zu bestimmen. Ein
dreieinhalb Monate vor Reiseantritt erklärter Rücktritt
kann
rechtzeitig sein.
Im entschiedenen fall hatte der Pfarrer einer Kirchen-
gemeinde eine mehrtägige Busreise für Gemeindemitglieder
organisiert. Die Reise wurde mangels Beteiligung abgesagt.
Das Berufungsgericht hielt den etwa dreieinhalb Monate vor
dem geplanten Reisebeginn vom Pfarrer erklärten Rücktritt
für wirksam erklärt.
OLG Hamm, Urt. V. 29.05.2002 - 30 U 216/01
Quelle: NJW RR 2002, 1348
>> Busreise & Wartefrist
Bei einer Busreise, bei der die Teilnehmer an einzelnen
Treffpunkten zusteigen sollen, ist die zumutbare Wartefrist
für den Beginn der Reise überschritten, wenn der Reisende
im Freien ohne zusätzliche Unterrichtung über die Ver-
spätung des Busses zwei Stunden erfolglos gewartet hat.
Die Entschädigung nach BGB § 651f Abs 2 dient dem Ausgleich
einer immateriellen Beeinträchtigung des Reisenden über
die
enttäuschte Erwartung der vereitelten, bzw der mit erheb-
lichen Mängel beeinträchtigten Reise. Die gegenteilige
Auf-
fassung der Kammer (1983-03-14, 2/24 S 307/82, NJW 1983,
1127) wird aufgegeben.
Bei der Bemessung der Entschädigung nach BGB § 651f Abs
2
ist auf das Maß der immateriellen Beeinträchtigung (Nicht-
erfüllung der Erwartung auf Erholung) abzustellen, wobei
ein völlig vertaner Urlaubstag in der Regel mit 100 DM zu
bewerten ist.
LG Frankfurt, 19. September 1988 - AZ: 2/24 S 123/88
Fundstelle: NJW-RR 1988, 1451-1454 (Leitsatz und Gründe)
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>> Befugnisse des Reisebüros bei Insolvenz des Reiseveran-
stalters
>> Minderung mangels Nachtruhe
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Weitere Urteile
>> Länderbericht in Kooperation mit travel24.com
Island
Zurück zu den Wurzeln
Einst zog es die Isländer gen Westen – mehr als 16.000 Ein-
wohner träumten zwischen 1870 und 1917 von einem Neuanfang
in Amerika und packten ihr Bündel. Die meisten waren Männer
im besten Alter, die ihre Insel zu karg, zu einsam und zu
hart fanden. Der Opa von Cathy Josephson war einer von
ihnen. So wuchs Cathy in den Staaten auf. Fast wäre sie
dort alt und grau geworden – doch vor ein paar Jahren
raffte sie sich auf, entschied sich zur Rückkehr nach
Island. Vopnafjörður heißt der gottverlassene Ort,
der
erst nach einer gut 90-minütigen Fahrt über eine Schotter-
piste zu erreichen ist. „Das ist mein heima“, sagt Cathy,
„meine Heimat“. Vopnafjörður hat sie mit offenen Armen
empfangen. In deinen Adern fließt isländisches Blut,
haben
die Fischer gesagt und waren froh. Bei 270.000 Insel-
bewohnern zählt jede Seele, denn immer noch verlassen zu
viele Söhne und Töchter das karge Land, um im Ausland
ihr
Glück zu versuchen. „Aber viele kommen zurück“, sagt
Cathy,
„Island gibt dir die Energie, die du zum Leben brauchst“.
Sehnsucht nach endloser Freiheit
Arinbjörn Jóhannsson hat einmal versucht, aus Island
wegzu-
gehen, war Student in Deutschland. Aber Brekkulækur, seit
90
Jahren der Pferdehof der Familie, war stärker, Arinbjörn
kam
wieder zurück. Wie fast alle Isländer ist er vernarrt
in
Pferde und organisiert jetzt Reiterferien für Aktivurlauber
aus Deutschland. Sie kommen, weil sie hier das erleben, was
zu Hause am Gartenzaun aufhört: endlose Freiheit. Mit einer
Herde galoppieren sie über das Hochland, waten durch
Gletscherflüsse, campieren in Lavafeldern und reiten, was
das Pferd hergibt.
(C) 2003 travel24.com
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*2* Das Thema des Monats
>> Erhöhung der mallorquinischen Ökosteuer
Die Ökosteuer auf den Balearen wird infolge
einer Anordnung
der Regierung der autonomen spanischen Region
der Balearen
um 2,7 Prozent angehoben. Der durchschnittliche
Urlauber
wird daher künftig für einen zweiwöchigen
Mallorca-Urlaub
rund 40 Cent mehr bezahlen. Trotz dieser
nur gering er-
scheinenden Verteuerung reagierte die Reisebranche
mit
Empörung.
Urlauber in einem Mittelklasse-Hotel müssen
vom 1. Januar an
Ökosteuer in Höhe von 1,03 Euro
statt bisher 1,00 Euro pro
Tag und Person zahlen. In Luxushotels steigt
die Abgabe von
2,00 auf 2,05 Euro pro Tag.
Die Abgabe war erst im Mai dieses Jahres
durch die Regional-
regierung der Balearen eingeführt worden.
Die spanische
Zentralregierung in Madrid reichte dagegen
eine Klage vor
dem spanischen Verfassungsgericht ein, über
die allerdings
noch nicht entschieden wurde. Die Ökoabgabe
wird von den
Hoteliers auf den vier Balearen-Inseln Mallorca,
Menorca,
Ibiza und Formentera eingezogen.
Bei AnwaltOnline Direkt finden Sie diesen
Monat zusätzlich:
>> Mögliche Klagewelle vor deutschen
Gerichten wegen
Reisethrombose
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